Ausschnitt aus der Karte von 1875

IG Gifft man een Viskeert up de heele Welt e.V.
Joint Venture im 19. Jahrhundert
Heutzutage nennt man einen Zusammenschluß von Unternehmen zwecks gemeinsamer Durchführung von Projekten ein “Joint Venture“ mit “Synergieeffekt“, also einem ergebnisorientierten Zusammenwirken von Unternehmen, die sich gegenseitig fördern. Und obwohl wahrscheinlich kein Mensch im Jahr 1875 diese Fachbegriffe kannte, waren sie auch damals in vielen Bereichen üblich und notwendig.
Auf unserem
Ausschnitt aus der Karte von 1875
wohnt und wirkt im Haus Nr. 54 am Ortseingang der Stellmacher Siebelke
Moddermann. Nebenan, im Haus Nr. 71, wohnen damals noch der Arbeiter Reinder J. Maas und Familie, die bis 1885
allesamt nach Amerika ausgewandert sind. Nach dem
Auszug aus dem Brandversicherungskataster:
Hemmo Adams und Frau, geb Claassen
erwerben 1889 das Haus Nr. 71 von
Reinder Janssen Maas und Ehefrau, die 1883 in die USA ausgewandert sind
erwerben der Schmied
Hemmo Adams und seine Frau das Haus Nr. 71 und spätestens ab dem Zeitpunkt entsteht eine enge Zusammenarbeit mit
dem Stellmacher Siebelke Moddermann, der das benachbarte Haus Nr. 54 bereits einige Jahre zuvor, im Jahr 1872, von
Auszug aus dem Brandversicherungskataster 1867 - 1878:
Siebelke Moddermann erwirbt 1872 das Haus Nr. 54 von Dirk Adden.
und den Betrieb gegründet hatte. Wie der Stellmacher, war der Schmied ein unverzichtbarer
und den Betrieb gegründet hatte.
Wie der Stellmacher, war auch der Schmied ein unverzichtbarer und angesehener Handwerker, die zudem beide voneinander abhängig waren. In dem von der Landwirtschaft geprägtem Visquard bestand ein großer Bedarf an robusten Ackerwagen, Pflügen, Handwagen und auch kleineren Werkzeugen. Die vom Stellmacher gefertigten hölzernen Teile wurden vom Schmied zwecks Erhöhung der Stabilität und Schutz vor Abrieb mit stählernen Beschlägen versehen.
Auszug aus dem Visquarder Kirchenbuch Jahrgang 1869
Laufende No.aNach der
in der Kirche zu Visquard hatte der
Auszug aus dem Kirchenbuch Landschaftpolder von 1843:
Geboren in 1843
7. Siebelke, Sohn des Jan Lubben Modder-
man und der Theda Jans Siebelkes zu Landschafts-
Polder ist den 13 (dreizehnten) Febr., Vormittags
11 Uhr geboren und den 19. ej. getauft.
in Landschaftspolder (Rheiderland)
geborene und bereits in Visquard wohnhafte Stellmachermeister Siebelke Moddermann die am 1. Oktober 1832 in Hinte
geborene Heerdina Schröder
Auszug aus dem Kirchenbuch der Gemeinde HinteJahrgang 1869
Laufende No.1in der Kirche ihres Geburtsortes Hinte geheiratet und nach Visquard geholt.
In den folgenden Jahren gehen folgende Kinder aus der Ehe hervor:
Theda Moddermann
Auszug aus dem Visquarder Kirchenbuch Jahrgang 1869
Am 26. Juni 1871 die Zwillinge
Auszug aus dem Visquarder Kirchenbuch Jahrgang 1871
Laufende No. 6
Auszug aus dem Visquarder Kirchenbuch Jahrgang 1841
und
Auszug aus dem Visquarder Kirchenbuch Jahrgang 1871
der 5 Tage nach der Geburt ungetauft und namenlos
Meta Moddermann
Johan Moddermann
Auszug aus dem Visquarder Kirchenbuch Jahrgang 1873
Auszug aus dem Visquarder Kirchenbuch Jahrgang 1874
Im Brandversicherungskataster von
Auszug aus dem Brandversicherungskataster 1889 - 1900:
Siebelke Moddermann ist Eigentümer des Hauses Nr. 54 mit einem Holzschuppen und betreibt dort eine Stellmacherei.
von
Auszug aus dem Brandversicherungskataster 1900 - 1911:
Siebelke Moddermann ist Eigentümer des Hauses Nr. 54 mit einem Holzschuppen und betreibt dort eine Stellmacherei.
und von
Auszug aus dem Brandversicherungskataster 110 - 1914:
Siebelke Moddermann ist Eigentümer des Hauses Nr. 54 mit einem Holzschuppen und betreibt dort eine Stellmacherei.
ist Siebelke Moddermann
als Eigetümer der Stellmacherei eingetragen und führt er den Betrieb vermutlich mit seinem jüngsten Sohn Johan weiter,
der ebenfalls Stellmacher gelernt hat, aber am
Nachricht vom Tod des Johann Moddermann:
Nr. 424
Berlin, den 7. Juni 1916
Das 2te Ersatz Bataillon Füsilier Regiment 35
zeigte an, daß der Landsturmmmann Johann Siebelke Moddermann, Stellmacher
40 Jahre alt, evangelischer Reigion,
wohnhaft in Berlin, Sorauerstraße 20
geboren zu Visquard, ledig
Sohn des Stellmachers Siebelke Moddermann
und seiner Ehefrau Heeredina, geborene
Schröder, Näehres unbekannt
in Ziemiany in Russland im Reserve Feldlazarett 71
am neunten August
des Jahres tausend neunhundert fünfzehn, Stunde unbekannt
verstorben sei.
19 Druckworte gestrichen
Der Standesbeamte
In Vertretung
Schuvedt
im 1. Weltkrieg nach einer Verwundung gestorben ist.
Sein Name ist auf dem
Mahnmal zu Ehren der im 1. und 2. Weltkrieg gefallenen Visquarder Bürger.
am westlichen Ende des Visquarder Friedhofs verzeichnet.
Auszug aus dem Brandversicherungskataster:
Hemmo Adams und Frau, geb Claassen
erwerben 1889 das Haus Nr. 71 von
Reinder Janssen Maas und Ehefrau, die 1883 in die USA ausgewandert sind
sind die Kinder der verstorbenen Siebelke und Heeredina Moddermann,
Bernard und Meta Moddermann, eingetragen, die zu dieser Zeit auch schon 61 und 59 Jahre alt sind. Das Hinterhaus, in dem sich die Werkstatt befand wurde aus dem Kataster herausgenommen.
Meta Moddermann bewohnte das Haus bis zu ihrem Tod ca. 1962.
Meta Moddermann im Jahr 1956
mit ihrer Nichte Dora aus den USA.zeigt Meta Moddermann mit ihrer Nichte
zeigt Meta Moddermann mit ihrer Nichte Dora aus den USA im Jahr 1956 hinter ihrem Haus.
Etwa an gleicher Stelle wurde im Februar 1955 diese Aufnahme
Mein jüngerer Bruder und ich im Februar 1955
im Garten hinter dem Haus Nr.54,gemacht.
Mit der alleinstehenden Eigentümerin und einer Flüchtlingsfamilie haben meine Eltern und ich nämlich von Anfang 1951 bis zum Sommer 1956 in dem Haus gewohnt. Der am 05.02.1951, also 6 Wochen vor meiner Geburt geschlossene Mietvertrag umfasste lediglich eine Wohnküche, einen gemeinschaftlichen Abort und Abstellraum (sofern die Vermieterin darauf keine Ansprüche erhob). Ein Schlafzimmer war zunächst nicht Bestandteil des Mietvertrages, ich wurde abends in zwei zusammengestellte Korbstühle (Rattanstühle) in der Wohnküche für die Nacht untergebracht - heute wäre das (Gott sei Dank) wohl nicht mehr zumutbar.
Die Stellmacherei wird bis Mitte der 1950-er Jahre von Erich Dirksen geführt. Nach dem 2. Weltkrieg war der Wohnraum knapp, in Visquard mußten fast 40 Vertriebene untergebracht werden.
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